Stuttgarter Zeitung 03.09.2001


Sehr gelenkig

Konzert des Festivalensembles

Beim ersten Kammerkonzert mit verschiedenen Ensembles aus Mitgliedern des Festivalorchesters ging es familiär zu. Musikerkollegen und die für die Einstudierung verantwortlichen Dozenten saßen im Publikum, ein bisschen hatte das Orchesterfreizeit-Atmosphäre. Wenn man bedenkt, wie intensiv das Festivalorchester seit drei Wochen für diverse Großprojekte probt, ist es erstaunlich, dass nebenbei noch Zeit bleibt, drei Kammermusikprogramme einzustudieren. Höchste Perfektion durfte man da nicht erwarten. Dafür wurde viel Abwechslung geboten beim Potpourri aus Einzelsätzen von Mozart, Beethoven, Schubert und Dvorak.

Einiges hätte noch Zeit gebraucht, um zu reifen, beispielsweise Schuberts Oktett F-Dur oder das Andante con moto der Serenade d-Moll op. 44 von Antonin Dvorak, wo das gemeinsame Metrum hin und wieder ins Schwanken geriet. Und doch fiel das erstaunliche Niveau der Einzelmusiker auf, insbesondere bei den solistischen Bläsern. Die Klarinette von Winfried Aichner betörte im Schubert-Oktett, expressive Oboen und Klarinetten ließen in Dvoraks Serenade aufhorchen, und aus Beethovens Quintett Es-Dur leuchteten Andrea Breiters innige Hornsoli. Als reife Gestalterin der Klavierparts zeigte sich Bronwen Murray Berg. Bei Mozarts Quintett KV 452 noch etwas unruhig und forcierend, überzeugte sie bei Beethoven durch deutliche Artikulation und Sanglichkeit.

 

bri
 
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